Arbeiten bei Höchsttemperaturen – Pflege-Dozentin Carola Puzzio über das Klima und den Körper 

Sommer, Sonne und vor allem – Hitze. In den vergangenen Tagen kam es in ganz Deutschland zu einer, für viele unerträglichen, Hitzewelle. Mit Temperaturen, welche an manchen Städten des Landes bis zu 42 Grad Celsius erreichten, ließ es sich nur schwer atmen. Laut Wetterexperten bahnt sich die nächste Hitzewelle bereits Mitte Juli an. Die besten Antworten auf die häufigsten Fragen zu diesem Thema, gab mir Carola Puzio. Sie ist Dozentin für die Pflegeausbildungen bei der PlanB und teilte mir in einem Interview folgendes mit:

Nejla: Carola, was macht so eine extreme Hitze eigentlich mit unserem Körper?

Carola: Nun ja, die Leute wissen ja, dass wir erstmal wesentlich mehr schwitzen. Dabei verlieren wir Wasser und Salze. Dadurch arbeitet unser Kreislauf eben sehr viel stärker und das Herz schlägt schneller. Das alles führt dazu, dass ich unglaublich müde werde, Kopfschmerzen bekomme und mir schwindelig werden kann. Also, wenn wir der Hitze zu lange ausgesetzt sind, dann kann der Körper sich einfach nicht so gut regulieren und das ist dann der „Hitzestress“.

Nejla: Wie wirkt sich dieser „Hitzestress“ auf unsere Arbeit und Lernzeile aus?

Carola: Hitze macht den ganzen Körper langsamer. Wir fallen in den Sekundenschlaf, sind gereizter und dadurch machen wir eben Fehler. Die Teilnehmenden sind genauso Menschen wie ich und werden müde. Die Konzentration lässt nach. Teilweise reagieren sie auch langsamer. Es ist ein starker Leistungsabfall. Die Hitze macht sich schon bemerkbar. Da mache ich dann gerne die Flüssigkeitsbilanz und lassen jeden ausrechnen wie viel Wasser sie für den Tag benötigen.

Nejla: Was könnten den Tipps und Lifehacks sein, um die Situation sowohl für die Lehrenden als auch für die Teilnehmenden angenehmer zu gestalten?

Carola: Wir machen wirklich kürzere Einheiten und regelmäßige Pausen. Das hilft dabei den Kopf zu entlasten. Ich habe selbst immer ein Glas Wasser auf dem Tisch stehen und mache das dann so, dass ich sage „Jetzt bitte allen einmal etwas trinken!“. Dadurch bekommt man tatsächlich weniger Kopf schmerzen und Müdigkeit. Außerdem bestehe ich drauf, dass alle einmal aufstehen und Bewegungsimpulse durch körperliche Übungen haben. So bekommt das Gehirn mehr Sauerstoff. Früh morgens lüften wir die Fenster, solange noch frische, kühle Luft vorhanden ist. Wenn Pausen sind, schalte ich die Klimaanlage natürlich auch an. Ich muss aber auch sagen, dass ich bei so einer Hitze leichtere Aufgaben vergebe, um die Motivation und somit auch die Leistung der Teilnehmenden zu steigern.

Nejla: Haben Sie bei diesen Temperaturen auch die Möglichkeit zum Hybrid-Unterricht in Erwägung gezogen?

Carola: Wir bieten es [den Hybrid-Unterricht] ja sowieso an. Tatsächlich hatten wir letzte Woche den Unterricht verkürzt und die restlichen Tage der Woche in den Online-Modus gewechselt. Online-Unterricht finde ich persönlich genial vor allem bei Hindernissen im Alltag wie z.B. einem Streik der öffentlichen Verkehrsmittel oder bei Teilnehmenden mit Kindern, welche Beaufsichtigung benötigen. So können trotzdem alle teilnehmen. Das ist super. Besonders bei diesem Wetter bietet diese Möglichkeit eine gute Alternative.

Das Wetter stellt für Carola kein Problem dar. Sie verfolgt stets ihr Ziel alle Teilnehmenden bestmöglich auf ihre Prüfungen vorzubereiten und eine motivierende Dozentin zu sein. Ihre Tipps und Tricks zeigen uns, wie man trotz starker Umwelteinflüsse seine Pla ne verwirklichen, und dabei auf den eigenen Körper achten kann. Hut ab Carola!

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