Bus, Bahn und Auto – Wie das Pendeln den Alltag formt 

Ein Erfahrungsbericht

Acht Uhr morgens am Kölner Hauptbahnhof. Das Mekka der hier täglich an- und abreisenden Pendler*innen der Stadt entfaltet seine pulsierenden Kräfte. Eine unausgesprochene Hektik und zahlreiche Schlangen an „To Go“ Imbissen pra gen die morgendliche Atmospha re dieses Ortes. Für manch einen ist der Hauptbahnhof ein gewo hnlicher Teil der Infrastruktur Kölns. Für jemand anders ist es die regelmäßige Prüfung der eigenen Geduld. Der Weg zur Arbeit wird für viele eine Art Pilgerfahrt, die über Stunden andauern kann.

Pendler*innen treffen in fast allen Großsta dten Deutschlands stündlich ein und aus. Köln, als viert größte Stadt des Landes, zählt jeden Tag um die 374.000 Reisenden. Die Gründe dafür sind divers: Reisende fahren zur Arbeit, Schule oder dem Studium. Unter ihnen befinden sich auch Menschen, welche wegen ihrer Weiterbildung oder Umschulung den Weg auf sich nehmen. Doch wie wirkt sich Pendeln auf den Alltag aus? Und ist die Bildung des Weges überhaupt wert?

Der frühe Vogel fängt den Wurm!

Viele Teilnehmer*innen aber auch Lehrende legen Strecken von bis zu 100km täglich zurück, um zu ihrem Arbeits- oder Lernplatz zu gelangen. Dabei nehmen sie Unannehmlichkeiten wie Staus, Wartezeiten und überfüllte Wagons in Kauf. Langes sitzen und häufiges Umsteigen führen zu Stress und Ermüdung im Alltag. Dies begünstigt nicht nur eine Verschlechterung des Befindens, sondern verringert auch soziale Fähigkeiten. Ich selbst pendle jede Woche von Köln aus nach Bochum für mein Studium und bin mit dem Thema bestens vertraut. In einem Interview an meiner Universität erfahre ich mehr über das Leben meinesgleichen.

Studentin Nisa A. aus Duisburg, erzählt mir, dass sie drei bis vier Mal pro Woche Veranstaltungen an der Universität besucht und mit dem Auto herreist. “Mit der Bahn dauert es einfach zu lange” sagt sie. Diesen Gedankengang kenne ich. Um ein Seminar um 8:30 Uhr an der Universität zu besuchen muss man als Pendlerin aus Köln schonmal um fünf aufstehen, um den einen Zug zu packen. Denn wenn der Zug einmal weg ist, kommt der nächste erst in einer Stunde. Kalkuliert man die fast 1 ½ Stunden Fahrt mit ein, so stellt man schnell fest, dass bis zur Ankunftszeit das Seminar schon längst beendet ist.

Effektivität ist gefragt!

Dass das Pendeln jetzt eine gewisse Dosis Stress verursacht, ist uns nun klar geworden. Das sollte man im eigentlichen doch vermeiden, oder? Das finden viele Reisende nicht so! Ein TK-Report bezeugt, dass die meisten Menschen, die zur Arbeitsstelle oder zur Universität pendeln sehr motivierte, zielstrebige und verantwortungsbewusste Personen sind, da sie den weiten

Weg für hohe Qualifikationen im Bildungs- und Berufsleben zurücklegen. Diese Aussage spiegelt sich mir in den Studierenden wider, die ich morgens im Zug sehe. Sie nutzen die Fahrzeit nämlich erfolgreich, um ihre Vorlesungen und Seminare zu bearbeiten und sich auf den studentischen Alltag vorzubereiten. Ich notiere mir diese Praktik im Zug als Alternative zur Autofahrt, um Zeit und Geld an Tankkosten zu sparen. Not macht eben erfinderisch, und das zahlt sich aus!

Gefühlschaos

Viele Kommilitonen, die pendeln, berichten mir von einer Art “inneren Konflikt” bezüglich des Studierens an einer weit entfernten Universität. Das kann ich gut nachvollziehen. Der ständige Alltagsstress und die investierte Zeit machen einem zu schaffen. Gleichzeitig sind aber auch die Begeisterung für den Studiengang und die erworbenen Freundschaften sowie akademische Erfolge eine große Bereicherung für einen selbst, welche man ungern missen möchte. Mal beißt man sich durch und mal genießt man es aus seiner eigenen Stadt rauszukommen.

Ich verbinde mit meinen Erfahrungen als Pendlerin einige Hindernisse in meinem Alltag, aber auch unzählige schöne Momente und vor allem ein großes Ziel vor Augen. So sehen das auch einige Teilnehmer*innen und Lehrende der PlanB. Die Assistenz der Geschäftsführung Emina Delic , berichtet einen überaus positiven Durchschnitt der Erfolgsquote aller angebotenen Kurse. 95% aller Teilnehmenden bestehen ihre Aus- und Weiterbildungen erfolgreich, wobei fast ein Drittel von ihnen Pendler*innen sind. Sie reisen aus allen Regionen NRWs her und sind damit nicht nur eine große Bereicherung für das Unternehmen, sondern auch der ausschlaggebende Kern unserer Arbeitsethik: Fleiß zahlt sich immer aus!

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